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Alles hat seine Zeit – Advent ist im Dezember
Kurz nach den Sommerferien präsentiert sich die Versuchung im süßen Gewand. Aus der eigentlichen Zeit gerückt locken mich die süßen Genüsse von Christstollen, Spekulatius und allerlei weihnachtlichem Naschwerk in jedem Supermarkt. Ich möchte widerstehen, und es soll mir auch gelingen! Ich bin froh, dass das Kirchenjahr mir mit seinem regelmäßigen Kalender den Weg und die Zeit weist – Advent ist im Dezember – und die erwartungsvolle Zeit soll auch die Zeit des Wartens und des Hoffens bleiben...
Unser Warten ist ein gespanntes Warten in der Adventszeit, es ist nicht langweilig, sondern ausgerichtet auf ein Ziel, das Ziel ist das Weihnachtsfest. Warten meint: Ausschau halten, die Sinne öffnen für das, was auf uns zukommt. Es macht unser Herz weit, lässt uns achtsam werden auf den Augenblick, auf das, was wir gerade erleben. Ich will nicht abhängig werden von jedem Bedürfnis, von jeder Verlockung, sondern ich möchte die Spannung aushalten und die geheimnisvolle Sehnsucht spüren. Warten können macht mich frei von meinen Bedürfnissen, von Lebkuchen im September. Die Adventszeit will dich einladen, dein Herz zu öffnen und dich als Erwartenden aufzurichten. Schau dich um, viele warten auf dich, auch Gott wartet auf dich, damit du zur Ruhe kommen kannst. Wir feiern im Advent die Ankunft von Jesu Christi in uns, in unserm Herzen. Bemerkst du seine Ankunft? Er pocht leise an deine Tür, er möchte bei dir eintreten. Die Vorfreude auf das Licht der ersten f ackernden Kerze im grünen Kranz, ein warmes Licht nach langer dunkler Novemberzeit: Ja, alles ist bereit, kommt, lasst uns durch die Adventszeit reisen – im Gepäck die Sehnsucht nach Stille, nach dem Sinn und nach einer Erfüllung – Weihnachten entgegen.
Jesus, mein Freund und Bruder, mein Herr und Gott, ich möchte nah an deinem Herzen sein, deinen Herzschlag hören und den tiefen Frieden spüren, der davon ausgeht.
Ich möchte in deinen Armen zur Ruhe kommen, getröstet durch deine heilsame Gegenwart auf dein Herz hören und meinen Herzschlag mit deinem vereinen.
Dein Herz schlägt für mich, für meinen Bruder und meine Schwester, für die, die nah sind, und die, die ganz fern von dir sind.
Dein Herz ist so groß und umfasst die ganze Welt. Das kann ich nicht begreifen, erfasse ich doch kaum die unermessliche Liebe, die du zu mir hast.
Wenn ich auf deinen Herzschlag höre, fange ich an, die Welt und die Menschen um mich herum mit neuen Augen zu sehen. Wenn ich an deiner Seite zur Ruhe komme, höre ich Worte, die du zu meinem Herzen sprichst.
All die Pläne, Sorgen, Bedürfnisse, die mich so verwirren und ermüden, beginnen in mir zu schweigen, und nur noch eines ist wichtig: dir nahe sein, dich zu lieben und ein Leben zu leben, das dir Freude macht.
(Steffi Baltes, aus dem Buch „Sie hörten auf den Herzschlag Gottes, Inspirationen aus dem Leben der irischen Christen“, Francke Verlag) |